Donnerstag, 12. Dezember 2013

Big Sur



US 2013. Regie: Michael Polish. Drehbuch: Michael Polish nach der Novelle von Jack Kerouac. Darsteller: Jean-Marc Barr, Kate Bosworth, Josh Lucas. Laufzeit: 80 Minuten.

I'm just bound up inside like constipation, I can't move emotionally like you'd say emotionally as though that was some big grand magic mystery everybody saying "O how wonderful life is, how miraculous, God made this and God made that", how do you know he doesn't hate what He did: He might even be drunk and not noticing what he went and done tho of course that's not true -- Maybe God is dead.



Michael Polishs Big Sur ist einer dieser Beat Generation Filme, die dieses Jahr die Festivals stürmen. Die Beats der 50er – die den Weg für die Hippies der 60er ebneten – scheinen mit ihrer Anti-Spießbürger-Einstellung auch heute noch eine Faszination auf Filmemacher und Zuschauer auszuüben. Jack Kerouac – dessen autobiografische Novelle Big Sur die Vorlage zum gleichnamigen Film darstellt – ist einer der Gründerväter der Beat Generation und derjenige, der den Beats ihren Namen gab.

In Big Sur folgen wir Jack Duluoz (Kerouacs Alter-Ego), der – nachdem ihn sein Roman On the Road auf den Beat-Olymp hievte – versucht mit dem Erfolg klar zukommen und wieder in eine kreative Schaffensphase einzutauchen. Dazu zieht er sich zurück nach Big Sur, einem traumhaften Fleckchen Erde in Kalifornien, in die Hütte des Poeten Lawrence Ferlinghetti. In der Abgeschiedenheit möchte er die Alkohol- und Drogensucht hinter sich lassen, doch nach wenigen Tagen Einsamkeit und kaum ein paar Zeilen auf Papier, zieht es ihn in die Zivilisation nach San Francisco. Dort trifft Duluoz seine alten Weggefährten und trinkt mehr als je zuvor. Es beginnt ein Zirkel aus Selbstmitleid, Selbsthass und Verzweiflung.

Big Sur zeigt die wahrscheinlich einzig vernünftige, vielleicht auch die einzige Art eine Kerouac Novelle zu verfilmen. Regisseur Michael Polish hält sich nicht strikt an eine klare Storyline, denn auch Kerouacs Schreibstil ist nicht geradlinig, sondern stellt eher eine zirkuläre Narration dar. Der wichtigste und stimmungsbringendste Faktor, der aus Polishs Big Sur eine gelungene Literaturverfilmung macht, ist der Voice Over von Hauptdarsteller Jean-Marc Barr. Es wirkt weniger wie ein Voice Over als vielmehr wie eine leidenschaftliche Lesung von Kerouacs "spontaner Prosa". Diese Erzählung in Kombination mit den bezaubernden Naturaufnahmen von Kameramann M. David Mullen schaffen ein stimmiges, ja sehr poetisches Gesamtbild.

Wenn es eins gibt, was dieser Film erreicht, dann ist es Lust zu machen auf die Vorlage; auf die Gedankenschwälle von Jack Kerouac. Big Sur ist ein sehenswerter Film, in dem viel Liebe steckt. Liebe für den Film und die Literatur.

Something good will come out of all things yet - And it will be golden and eternal just like that - There's no need to say another word.

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